Schöpfrad-Treff für Senioren


Unser Seniorenkreis „Schöpfrad“ machte einen Ausflug ins Zabertal

 
So könnte die Überschrift eines Schulaufsatzes aus früherer Zeit lauten. Das war die „Strafe“, die auf einen erlebnisreichen Tag folgte, also musste man besonders aufmerksam sein. Aufmerksam, um den Daheimgebliebenen von diesem Tag erzählen zu können….
Nun, wo ging es los. In Mühlacker vor der Christuskirche an einem wohltemperierten Septembermittag. Hier auf dem Bild die regelmäßigen Besucher des Seniorenkreises aus Mühlacker.

 
Übrigens, was versteht man eigentlich unter „frustriert sein“? Aber lassen wir das.
Treffpunkt mit .den Sersheimer Senioren war das Naturparkmuseum am Ehmetsklingensee in Zaberfeld. Der Parkplatz direkt vor dem Haus, also mehr als seniorengerecht. Raus aus dem Auto und rein ins Museum. Sieben, jawohl 7 Sersheimer konnte Rosemarie Götz zu einer Fahrgemeinschaft zusammenbringen. Drei, die zusagten, kamen leider dann nicht. Sie versäumten etwas. Zeitgeist? Zum Glück hatten wir für keine Führung bezahlt und jedem blieb der Durchgang selbst überlassen.

 
 





 
Im Museum wurden zwei, eigentlich drei, zentrale Themen in der Ausstellung gezeigt:
1. Die Wildkatze, die sich wieder eingefunden hatte, oder vielleicht sich Jahrzehnte perfekt getarnt, versteckt hatte.
2. Der Wolf wurde 1847 im Stromberg ausgerottet und – man ist sich nicht sicher – jetzt als Einzelgänger wieder zurück gekehrt. Immerhin als Unikat des letzten Wolfes aus Württemberg im Museum präpariert = ausgestopft zu sehen und
3. Insekten. Insektensterben, derzeit in den Medien voll Sorge erwähnt.  Insekten, und was für Exemplare. Vergrößert, bedrohlich wirkend, wahre Wunder der Schöpfung.
Der Rundgang begann mit einem Wildkatzen-Film. 15 Minuten, die nicht langweilig wurden. Besonders beeindruckend war eine Wildkatzenmutter, die eine Ratte gefangen hatte und diese in appetitliche Häppchen für die Katzenkinder zerlegte. Anregend im Farbfilm zu sehen. Komisch, Wildkatzen wollen doch auch leben, weshalb ging ein Schaudern über unseren Rücken? Immerhin Traugott G. war ganz in seinem Element: Katzen, hatte er doch immerhin seine Hauskatze, die wie er einstmals erzählte, heimlich lieber Schinkenwurst fraß. Vielleicht war dies damals nicht dieselbe; aber immerhin eine Feinschmeckerin und dies in der „Hungerzeit“, als er noch Kind war. Solche Tragödien prägen sich ein. Heute schmunzeln wir darüber, besonders, wenn es mit viel Pathos erzählt wird.
Im Rundgang konnte man vieles ausprobieren, das eigene Gehör mit dem einer Wildkatze vergleichen, wobei der Mensch schlecht abschnitt. Dann Präparate anrühren, Gerüche erraten, sich über Larven und Insekten in enormer Vergrößerung gruseln und dabei doch erkennen, wie wichtig jedes Lebewesen in der Kette und Verflechtung der Natur ist.
Er war ungezwungen, der Rundgang. Man durfte anfassen, ausprobieren, raten, ja, so alles kindgerecht und natürlich, wobei man nicht sagen kann, dass unsere Senioren wieder zu Kindern wurden, sondern es juckt wohl jeden interessierten Menschen in den Fingern und im Gemüt, etwas auszuprobieren und die Sinne einzusetzen, wenn sich eine Gelegenheit bietet. Diese positive Neugierde hält übrigens jung, doch was die Hirnforschung sagt, ist ein anderes Thema.
Nun aber weiter zum Rundgang. Die Leser mögen die folgenden Bilder einfach auf sich wirken lassen und die Bezeichnungen lesen.
 






























 
 
Nach dem Rundgang waren frische Luft und ein kleiner Gang in die herrliche Landschaft gefragt. Die Zeit drängte, so dass nur ein paar Schritte zum See hin blieben. Dort ging es vorbei am Kinderspielplatz mit der Möglichkeit, sein Geschick zu üben.
Doch Gefühle im Museum frei wie ein Kind auszuleben mit Anfassen und Streicheln, heißt noch lange nicht, gleich auf dem Baumstamm zu balancieren. Man muss nicht überall mit – sagen wir mal so plus/minus 80 Jahren – dabei sein; es sei denn es ist ein Halbmarathon…
Schluss mit der Promenade. Es ging weiter ins benachbarte Pfaffenhofen in die Bäckerei Wahl. Und was für eine Bäckerei, eine Konditorei dazu. Für uns war schon ein Tisch gedeckt. Alles schlicht in der Ambiente (neudeutsch, klingt gut, oder?),  mitten unter den Kunden und gleich neben dem Verkauf. Doch das Wasser lief bei der Auswahl schon im Munde zusammen. Ob Zwetschgenschnitte oder Schwarzwälder Kirschtorte, das waren Bruchteile des Angebots. Wir alle setzten uns beim Kaffeetrinken auf Diät und was für eine Diät.
Die Bilder sprechen dafür.
 






 
Und damit hatte unser erstes „Schöpfrad“ nach der Feriensaison einen nahrhaften Abschluss gefunden.
Wer es auf dieser Webseite nachliest und betrachtet, aber nicht dabei war, konnte den Tag wenigstens nachempfinden. Ein Computer ist dazu schon nützlich. Und eröffnet viele neue Dimensionen, gerade für Ältere.
Wer mit dem „Zeugs“ nichts zu tun haben will, der….na ja, was soll man da sagen, der wäre bestimmt auch nicht zum Platz vor der Kirche in Mühlacker gekommen, wo der Abfahrtsort war.
Wie heißt es mit Gelassenheit: „Des Menschen Wille ist sein Himmelreich“…
Einige Sersheimer Senioren haben wenigstens mitgemacht. Weiter so, den ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Alter und das ist auch lebenswert und muss nicht langweilig sein.
 
(und wer ganz gründlich auf „gerechte“ Sprache achtet: Alles was in der männlichen Form geschrieben wurde, schließt die weibliche Form mit ein, niemand soll benachteiligt werden; es liest sich nur besser)
gisikib