Impuls

 Wir machen das schon...
 
Mit diesen Worten warb vor einiger Zeit ein großes Energieunternehmen und vor einigen Wochen fuhr vor mir ein Handwerkerauto mit demselben Spruch. „Wir machen das schon!“ das klingt gut und vertrauenserweckend. Das klingt kompetent und selbstbewusst. Irgendwie scheint heute auch alles machbar zu sein. Im Fernsehen werden am laufenden Band Superstars oder Supermodels „gemacht“. Auch in der Medizin scheint beinahe alles machbar: Ob es um die äußere Schönheit geht oder um das Wunschkind: Wir machen das schon! Mit etwas gentechnischer Hilfe ist das heute doch kein Problem mehr. Auch aus der Politik tönt es: Wir machen das schon! Die Demokratisierung der Welt oder die Befriedung in Krisen- und Hungergebieten: Mit etwas militärischer Nachhilfe kriegen wir das schon hin. Oder etwa doch nicht?
Mich beschleicht ein ungutes Gefühl, nicht nur bei den genannten Beispielen. „Wir machen das schon!“, das klingt so leicht und so einfach. Aber im Blick auf das, was ich um mich herum und an mir selber erlebe, klingt es mir zu einfach! Ich sehne mich, wie viele andere, auch nach Erfolg. Ich hätte auch gern schnelle und einfache Lösungen für meine Probleme und für die Sorgen und Probleme anderer. Aber ich komme immer wieder an meine Grenzen. Ich erlebe mich immer wieder ohnmächtig. Der Erfolg stellt sich nicht so schnell ein, Lösungen sind oft sehr kompliziert, langwierig oder auch noch gar nicht in Sicht! So geht es mir, so geht es auch anderen und so meine ich auch, es in vielem was in dieser Welt geschieht wahrzunehmen.  
„Wir machen das schon!“ Ein verlockendes Angebot und eine Parole die uns die Lösung aller Probleme als „machbar“ einreden will. Aber so einfach ist es eben, wie die Erfahrungen uns ja zeigen, nicht!
 
Und was machen wir nun? Eine neue Parole erfinden? Wie wäre es denn mit Hände falten? Ja genau, ich meine wirklich das Gebet! Warum? Weil es der Weg ist und eine Übung, die uns entlastet: Im Gebet „machen“ wir nichts. Im Gegenteil, wir lassen los! Das Gebet ist eine Übung und ein Weg des Überlassens: unserer Sorgen, unserer Sehnsüchte und Wünsche. Wir überlassen Sie und uns im Gebet ja nicht irgendjemandem, sondern dem Gott, der uns kennt, weil er uns „gemacht“ hat. Durch Jesus Christus dürfen wir ihn „unseren Vater“ nennen.
 
Wenn dieser Vater sagt: „Ich mach das schon!“, dann dürfen wir uns darauf verlassen.
Darum nochmals die Einladung: „Macht euch keine Sorgen, sondern wendet euch in jeder Lage an Gott und bringt eure Bitten vor ihn. Tut es mit Dank für das, was er euch geschenkt hat. (aus dem Brief an die Philipper, Kap.4,6). Er macht das schon! Nicht nur weil er es kann, sondern weil er es will! Weil wir ihm wichtig sind und weil er uns liebt.
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Tischbein um 12.30 Uhr „Mühlacker Maultässle“                             
20.02.2019 © G.B.

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