Impuls


In dem berühmten Gebet, Psalm 23 steckt ein wenig von dem schwedischen Möbelhaus IKEA:
Ein Tisch! Doch der muss nicht erst mühsam mit dem Inbusschlüssel zusammengeschraubt werden. Ja, er ist sogar schon gedeckt! „Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.“ (Vers 5)
Im Frühjahr war ich in Florenz. Dort gibt es viele Stadtklöster. Im Speisesaal (Refektorium) ist immer das gleiche Fresko zu sehen: Jesus am Tisch mit seinen Jüngern beim Mahl!
Tag für Tag war dies die Ansicht der Nonnen und Mönche, die hier ihre Mahlzeiten einnahmen. Sie saßen, sozusagen, mit Jesus und den Jüngern zu Tisch.
 
Für mich ist der Tisch eines der Urbilder, eine Antwort auf die Frage: Was ist Kirche? Was ist Gottesdienst? Der Tisch ist eines der schönsten Symbole für das Reich Gottes. Er steht für Gemeinschaft, Freundschaft, Aufmerksamkeit, Barmherzigkeit, Stärkung, Versöhnung, Freude, ... Ein Tisch ist zentral! – Wo findet Gemeinschaft statt? Wo festet und feiert man? Wo wird geteilt und ausgeschenkt? Wo werden Sorgen „auf den Tisch“ gelegt und ausgetauscht? – Am Tisch!
Gott dient den Menschen am Tisch: „Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein!“ (Vers 5). Jesus saß mit Einsamen, Ausgegrenzten, selbst mit Sündern zu Tisch. Solch ein Tisch, soll die Kirche und unsere Gemeinde sein.
Im Jahr 2009 ist der Mittagstisch „Maultässle“ zum ersten Mal in Mühlacker gedeckt worden. Ich hoffe dieser „Gottesdienst mit Tisch“ erfährt noch lange seine Fortsetzung. Das ist Kirche!
Dank an alle, die an dieser besonderen Form von Gottesdienst mitarbeiten.
Dank an sie alle, die sie immer wieder an den Tischen Platz nehmen und Gemeinschaft stiften. Dank an alle Spender/innen, die den Mittagstisch auch weiter ermöglichen.
 
In unserer Zeit ist vieles „to go“. Man lebt „mobil“, braucht scheinbar keinen festen Platz mehr. Ist der Tisch veraltet und hat ausgedient? Aber damit würden uns auch viele der Dienste verloren gehen, die am Tisch stattfinden. Ein „Tisch“ kann uns entschleunigen, sammeln, machen, dass wir zur Ruhe kommen und uns selbst finden. Darum mein Wunsch für das Maultässle:
 
„Gesegnet ist der Tisch den du deckst, an dem Menschen Platz finden und Frieden.
Gesegnet sei was auf den Tisch kommt. Es stärke und entlaste dich.
Gott ist hier, der gute Wirt, er schenkt dir voll ein und salbt deinen schweren Kopf,
deine unruhigen sorgenvollen Gedanken.
Sein Tisch ist ein guter Ort. Er nimmt deine Angst, serviert Gemeinschaft und Zuversicht.
Geh mutig weiter! Und wo immer du Gottes Dienst brauchst, ist sein Tisch nicht weit.
Gott bereitet dir den Tisch. Setz dich her!“
 
Für Dich und für mich ist der Tisch gedeckt
habe Dank, lieber Gott, dass es uns gut schmeckt. Amen.


Na, haben sie mitgezählt? – 25 Mal steht das Wort „Tisch“ (jetzt 26) auf dieser Seite!
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Tischbein um 12.30 Uhr „Mühlacker Maultässle“                             
21.11.2018 © P.W.

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